Yoga bei Endometriose

Wenn man an einer chronischen Krankheit wie Endometriose leidet, ist es wichtig auf sich zu achten und trotz der Krankheit ein erfülltes Leben zu führen.

Yoga kann dir dabei helfen, denn es ist viel mehr als nur ein paar, vermeintlich zufällig, aneinander gereihte Dehnübungen. Im ursprünglichen Sinne umfasst Yoga ein ganzheitliches Übungssystem aus Atemübungen, Körperübungen, Reinigung, Entspannung, eine positive Lebenseinstellung, Meditation und Ernährung.

Alle diese Bereiche betreffen dein Wohlbefinden und sind letztendlich darauf ausgelegt, einen gesunden Körper und Geist zu entwickeln bzw. zu erhalten.

Bei Endometriose kann Yoga dir helfen positiv auf deinen Krankheitsverlauf einzuwirken, Symptome zu verringern und dich so anzunehmen, wie du bist.

Bei regelmäßiger Praxis lernst du zu entspannen, du hälst deinen Körper beweglich und flexibel und du wirst insgesamt darauf achten, ein gesundes Leben zu führen.

Ich möchte dir einige Beispiele geben, wie du im täglichen Leben von Yoga profitieren und dich besser fühlen kannst:

  • ACHTSAMKEIT: Achtsamkeit ist ein wichtiges Stichwort. Im Yoga lernst du, mit deinem Bewusstsein ganz im Hier und Jetzt zu sein. Achtsamkeit auf den Alltag übertragen bedeutet dich bei allem was du tust ganz auf deine Sache konzentrieren, im Moment zu leben. Indem du dir bewusst bist wie du die Dinge tust, mit welchem Gefühl du in Gespräche gehst, dir deine Gedanken immer wieder bewusst machst und so weiter, kannst du Stück für Stück an deiner inneren Einstellung arbeiten, aber auch deine Gefühle und deine Gedanken zu deinem Körper hören und dich selbst liebevoll annehmen so wie du bist. Du übst im Yoga das „Annehmen“ zum Beispiel wenn du in einer Stellung bist, die Wiederstände in dir erzeugt, weil sie ungewohnt oder unkomfortabel zu sein scheint. Indem du diese Wiederstände wahrnimmst, dich aber nicht von ihnen kontrollieren lässt, sondern dich gelassen wieder deinem Atem oder einem anderen Konzentrationspunkt zuwendest, löst du die Wiederstände auf. Das ist ein universal anwendbares Rezept, und führt letztendlich dazu, dass wir uns nichtmehr stressen lassen und die Gegebenheiten mit Leichtigkeit zu nehmen wissen.
  • ATMEN. Der Atem ist untrennbar mit unserem Bewusstsein und unserem Gefühlsleben aber auch mit unserem vegetativen Nervensystem also Kreislauf, Verdauung, etc. verbunden. Wenn du zum Beispiel verärgert bist geht deine Atmung schneller…umgekehrt kannst du dich beruhigen wenn du tief in den Bauch einatmest und deine Ausatmung lange, ruhig und gleichmäßig vollziehst. Beobachte mal deinen Atem wenn du Schmerzen hast, wahrscheinlich atmest du flach vielleicht sogar schnell. Wenn du deinen Atem nun bewusst wahrnimmst und dich darauf konzentrierst einmal tief in den Bauch einzuatmen und ruhig und gleichmäßig auszuatmen, wirst du sogleicht einen Moment der Entspannung erfahren. Das ist nur eine Möglichkeit wie du deinen Atem nutzen kannst. Regelmäßige Atemübungen wie sie im Yoga praktiziert werden u.a. mit Bandhas, Luft anhalten etc. schulen dich darin, mit deinem Atem zu arbeiten, wann immer du es brauchst.
  • ERNÄHRUNG: Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei Endometriose. Aus yogischer Sicht möchte man sich “sattwig“ ernähren , was so viel heißt wie „rein“. Rein u.a. im Sinne von ethisch unbedenklich. Bei Endometriose sind noch andere Faktoren bei der Ernährung zu beachten. Da allerdings jeder Körper ganz individuelle Verträglichkeiten oder auch Unverträglichkeiten aufweist und jeder Mensch andere Vorlieben hat, lassen sich nur begrenzt pauschale Empfehlungen, was die komplette Ernährung angeht, machen. Dennoch gibt es einige Grundregeln die man beachten kann, um dem Körper etwas Gutes zu tun und ihn zu unterstützen. So zum Beispiel das Vermeiden oder zumindest Einschränken von schlecht verträglichen bzw. ungesunden Lebensmitteln. Dazu gehören:
  1. Industriezucker – ist ein Vitamin- und Nährstoffräuber, belastet den Körper durch schnelle Insulinausschüttung und Senkung (Heißhungerattacken), fördert Übergewicht, fördert bakterielle und entzündliche Prozesse im Körper. etc.
  2. Alkohol – belastet die Leber und eine intakte Leber ist wichtig für den Abbau von überschüssigem Östrogen. Übersäuert den Körper, schwächt das Immunsystem.
  3. Milchprodukte – haben eine sogenannte verschleimende Wirkung, was die Endometriose begünstigt, in der heutigen industriellen Milchproduktion finden sich zu viele östrogenähnliche Stoffe in der Milch, was die Endometriose verstärken kann.
  4. Transfette aus Fastfood, Industrienahrung und Fertigbackwaren, Süßigkeiten etc. – Begünstigen nachweißlich Herz Kreislauf- und andere Krankheiten.
  5. Fertigprodukte mit Konservierungsstoffen und künstlichen Zusätzen – belasten den Körper, die Leber, können die Darmwände schädigen und andere unerwünschte Effekte verursachen.
  6. Zu viel tierische Fette und Fleischprodukte – insbesondere rotes Fleisch steht im Verdacht Entzündungsprozesse zu begünstigen Zu viel tierisches Eiweiß belastet den Körper, der Harnsäurewert steigt etc. daher Fleisch wenn überhaupt, nur 1 Mal in der Woche

Unter folgenden Gesichtspunkten kannst du deine endogerechte Ernährung zusammenstellen:

  1. Ernähre dich so, dass du alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe deinem Körper in ausreichendem Maße zur Verfügung stellst.
  2. Verwende hochwertige mehrfach ungesättigte Öle und Omega 3 Öle die deine Zellen schützen wie zum Beispiel Leinöl, Olivenöl, Kürbiskernöl.
  3. Verwende Gewürze die deine Nahrung bekömmlicher machen und nebenbei auch noch eine Heilwirkung haben (Fenchel, Anis, Kümmel Kreuzkümmel, Ingwer, Kurkuma, etc). Spare Salz.
  4. Du kannst dir auch die hormonelle Wirkung einiger Nahrungsmittel zu Nutze machen.
  5. Verwende Nahrungsmittel die möglichst wenig belastet sind und noch genug der gesunden Inhaltsstoffe aufweisen: (Bio, regional, saisonal)
  6. Warme Speisen werden von Endo – Betroffenen oft besser vertragen als Kaltes. Auch im Ayurveda werden insbesondere mordgens warme Speisen verzehrt. Esse regelmäßig und nimm dir Zeit.

  • ENTSPANNUNG / AUTOSUGGESTION. Unser Alltag ist zeitweilig enorm stressig, sei es der Beruf, Kinder, oder die ständige Reizüberflutung. Umso wichtiger ist es sich bewusst zu entspannen, um die anfallenden Stresshormone im Körper wieder abzubauen, denn Dauerstress wirkt sich ungünstig auf unseren Gesundheitszustand aus, das ist nachgewiesen. Daher ab und zu einfach mal eine Pause einlegen. Yoga hilft dir zu entspannen, auch im Alltag. Meditation lässt deinen Geist zur Ruhe kommen, und du trainierst damit dich schnell aus stressigen Situationen zu erholen, und negativen Gedanken keinen großen Raum zu geben.
  • ASANAS. Körperübungen beim Yoga dienen eigentlich dazu den Körper geschmeidig zu halten und auf die Meditation vorzubereiten. Sie lassen das Prana – was so viel bedeutet wie Lebensenergie – besser fließen, dafür ist es wichtig, dass die Übungen in einer bestimmten Reihenfolge ausgeführt werden. Bei Endometriose kann das Prana – wie auch bei anderen Krankheiten – nicht mehr richtig fließen, bzw. ist der Fluß unter Umständen durch Blockaden gestört. Es kommt zu Verspannungen und die Liste der möglichen Beschwerden ist lang. Von Ischiasproblemen, Nackenverspannungen, IGS Blockaden, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen bis hin zu Müdigkeit und Migräne und vielem mehr. Mit den Übungen kannst du gezielt auf betroffene Bereiche einwirken. Zum Beispiel die Beckenregion. Hier laufen Nervenstränge, Muskeln und Fasziengewebe vielschichtig zusammen und alles ist miteinander verbunden, So kann Endometriose auch Ischiasprobleme oder Schmerzen im Oberschenkel auslösen. Daher ist es Sinnvoll, diesen Bereichen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Durch Dehnung und Kräftigung wird mobilisiert und Verspannungen und Verklebungen werden gelöst. Eine Dehnung des tiefliegenden faszialen Gewebes ist von Vorteil, da verklebte Faszien in Verdacht stehen Schmerzimpulse zu verstärken. Hier eine kleine Auswahl an Übungen die sich für eine regelmäßige Praxis eignen:

Mulha Bandha (Beckenboden nach oben ziehen): Wird meistens während den Atemübungen praktiziert. Kräftigt den Beckenboden.

Supta Baddha Konasana (der liegende Schmetterling): Öffnet das Becken und entlastet unteren Rücken, mit nach oben gelegten Armen eine befreiende Wirkung. Leg deine Hände auf den Unterbauch und atme in deine Hände um Schmerzen zu lindern.

Bhujangasana /Salamba Bhujangasana (Kobra oder Sphinx): Dehnt deinen Bauchbereich und regt die Durchblutung des Beckenbereiches an. Stärkt den Rücken öffnet Herz Chakra.

Shirshasana (der Kopfstand): Diese Asana ist etwas für Geübte. Sie entlastet die Bauchorgane, da alles was nach unten zieht und auf den Beckenboden drückt, nun umgekehrt wird. Mehr über die Wirkung des Kopfstandes erfährst du hier.

Falls du mehr wissen möchtest und daran interessiert bist, das Endoyoga Program näher kennenzulernen und unter Anleitung diese und andere Übungen ausprobieren möchtest, kannst du mich gerne kontaktieren und an einem meiner „Endoyoga Workshops“ teilnehmen.

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